Ein Moment, in dem sich das Herz leise öffnet

Am späten Nachmittag, als es draußen langsam dunkler wurde, habe ich eine kleine Kerze auf dem Arbeitstisch angezündet. Der Duft von Vanille und einem Hauch Holz füllt nach und nach den Raum und lässt ihn kleiner, wärmer und näher wirken.
Auf dem Tisch liegen die Teile, die ich vorher schon vorbereitet habe: der zu einer Spirale gebogene Aluminiumdraht, ein kleiner Blütenkranz, ein paar Perlen. Auch wenn meine Hände diese Arbeit gut kennen, ist da jedes Mal wieder ein bisschen Vorfreude – dieses Gefühl, auf das man sich als Handwerksmensch immer freut.
Ich setze den Blütenschmuck an den Draht. Die kleinen Elemente berühren sich ganz sanft und erzeugen eine kaum hörbare, aber spürbare Schwingung – wie ein leiser Atemzug des Materials. Ich drehe alles ein wenig, rücke es minimal zurecht und muss lächeln, als plötzlich alles ganz von selbst stimmig wirkt.
Die beiden runden Perlen hebe ich mir für den Schluss auf. Als ich den Draht hindurchführe, drehen sie sich leicht und kommen dann in meiner Hand zur Ruhe – kühl, glatt und angenehm schwer. Es sind nur winzige Momente, aber sie sind es, die diese Arbeit für mich so erfüllend machen.
Als ich das Herz an den Haken neben dem Tisch hänge, neigt es sich kurz zur Seite und kommt dann zur Ruhe, als hätte es seinen Platz gefunden. Ich schaue auf das kleine LOVE in der Mitte, und in genau diesem Augenblick tauchen in meinem Kopf vertraute Bilder auf: das Lachen der Kinder am Strand im Sommer, eine Umarmung am Abend, alle zusammen eng aneinander auf dem Sofa, während es draußen kalt ist.
Die Bilder sind schnell wieder weg, aber sie reichen, damit etwas in mir weicher wird.
Ich betrachte das fertige Stück im Kerzenschein, und der Name „Das leise Flüstern eines kleinen Herzens“ kommt mir ganz von allein in den Sinn – leise, als würde ihn jemand zuflüstern.
Der Raum ist noch derselbe, der Duft noch derselbe, nur in mir beginnt ganz still so etwas wie Glück zu keimen.
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